Mikrobi

Klagefall & Texas-Jim & Hulot

Liste der Blogbeiträge

Beitrag vom 12. März 2024 – 19:09 Uhr

Nun bin ich heute zum Studiendekan gewählt worden. In drei Wochen bin ich ein Jahr in diesem Büro. Es ist faszinierend, wo einen das Leben hinführt, wenn man es lässt. Aber, und das gebe ich heute zur Abwechslung einmal zu, es ist auch furchtbar anstrengend. Ich bin stolz, aber ich bin nicht sicher, ob ich stolz sein sollte, und doch werde ich heute abend wohl ein Bier trinken, in meiner kleinen Wohnung, in dieser großen Stadt.

Beitrag vom 13. Februar 2024 – 13:50 Uhr

Die Meditations-App fragt mich, wo ich jetzt am liebsten wäre uns warum.

Mit fallen die üblichen Verdächtigen ein: London und Prag.

Dann sehe ich, dass Herr Ackerbau in Den Haag war, ein wunderbarer Ort, an dem ich ein erschütternd unvorbereiteten Depressionsschub bekommen habe.

Und da weiß ich, dass ich gerne überall bin, wenn Ihr bei mir seid.

Beitrag vom 12. Februar 2024 – 20:50 Uhr

Im 3sat-Kulturmagazin einen Beitrag über Jazz gesehen. Mich daran erinnert, dass ich Vater auf seinem letzten Weg Chet Baker vorgespielt habe. Das Smartphone und ich kämpften damals wacker gegen das Piepen der ITS-Geräte und den Schmerz eines sich verlierenden Lebens an, ganz warm, ganz stark, ganz lieb, ganz Chet, ganz machtlos. Heute denke ich, dass das vielleicht das Schönste war, was er je erlebt hat: Morphium, vergehende Schmerzen und die sanfte Posaune mit Blasrichtung besserer Ort. Save the best for last

Beitrag vom 3. Februar 2024 – 22:19 Uhr

Ich besitze eine individuelle Geschichtsvergessenheit. Man kann so einen Satz auch mit "Ich leide unter..." einleiten , doch verspüre ich keinen Schmerz dabei. Nur Verwunderung über mein Unvermögen, mich an Dinge zu erinnern, zu denen ich heute eine unverrückbare Meinung habe. Diese Diskussion um das Berliner Holocaust-Mahnmal im Jahr 1998 erschien mir in ihrer abwehrenden Haltung wie eine aus den Fünfzigern. Die Argumente relativierend, die Diskutanten misstrauisch lauernd, die Wege des Gesprächs immer vom eigentlichen Kern der Debatte fort führend. Ich war damals ... Jahre alt und vermag mich heute nicht daran zu erinnern, welche Meinung ich damals hatte und warum. Ich fürchte jedoch, dass ich mit dem historischen Hulot noch viel hätte reden wollen, aus Sorge, dass er sonst einen seltsamen Wuchs verpasst bekommt.

(Erinnerung Hoffnung: Menschlicher Geist ist niemals vollendet.)

Beitrag vom 22. Januar 2024 – 18:18 Uhr

Die Kinder des Kollegen, der eine polnische Frau geheiratet hat, fragten ihn gestern, was wohl würde, wenn die Rechten ans Ruder kämen: Ob sie dann nach Polen müssten, ob er in Deutschland bleiben dürfe. Es war genau 22:40 Uhr, als er sie anlog, um sie zu beruhigen.

So eine Alternative ist das nämlich.


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