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Lindenfels (Doppelmonarchie Lindenfels-Schreiburg), 22:38 Uhr

„Prämisse: Ich werde mich nicht in Details ergehen“, versprach ihm die Halbglatze, die nur gelegentlich durch ihren Kneifer nach oben blinzelte, um ihn zu taxieren. „Fazit: Sie bewerben sich bei uns in einer Behörde, die jeden Vormittag damit beschäftigt ist, ihre Beamten in andere Bureaus umziehen zu lassen. Am Nachmittag findet die reguläre Arbeit statt.“

Die Straßenreinigung spülte draußen bereits den Staub des Tages durch die Gassen in Richtung Fluss. Er saß jetzt schon fast eine dreiviertel Stunde hier und hörte geduldig zu, wie nicht auf Details eingegangen wurde. Sein Gegenüber nannte diesen in der Sommerhitze erstickenden Raum ein „Bureau“, aber in Wahrheit war es eine Schuhschachtel zum Zwecke der Aufbewahrung schlecht gewordener Lebensentwürfe. Hinter den Aktenschränken löste sich schmatzend die Tapete. Ein Gehilfe war damit beauftragt worden, einen alten Schrubber regelmäßig an der Wand nach oben zu schieben, um sie dort wieder für ein paar Minuten zu befestigen. Eifrig kam er dem nach. Hackenknallen nach jeder Verrichtung. Seine Uniform ließ vermuten, dass er sich in der Vergangenheit speziell hierbei hervorgetan hatte.

„Fazit: Sprechzeiten haben wir nur einmal im Monat, eine Stunde. Begründung: Wir befinden uns am Vorabend eines neuen Krieges. Das zehnte Jahr nun. Strategie: Sicherheit durch maximale Verwirrung der Untertanen. Jeder könnte ein feindlicher Agent sein. Prämisse: Der Mensch ist schlecht, weil er keine Behörde ist. Schlussfolgerung: Wir müssen uns schützen. Frage: Können Sie das organisieren?“

„Natürlich. Ich kann alles organisieren.“

„Gut. Beschluss: Betrachten Sie sich bei der Behörde für Parks und Grünanlagen im innerstädtischen Bereich (Bezirke M bis Z, außer V und Y) als eingestellt! Glückwunsch, Herr …?“

„Kischka. Doktor Franz Kischka.“

– Autor: Hulot ·