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Die Geister der Kreuzung

Eines Tages gelangten Herr Lu Changtu (Langer Weg) und sein Sohn Lu Duanbu (Kurzer Schritt) an eine Kreuzung. An jedem der Pfade stand ein Geist. Der Windgeist tobte und brüllte, wirbelte eine Menge Staub auf und sprang von einer Seite seines Weges auf die andere. Niemand verstand, was ihn so empörte, aber er war so laut wie eine Herde wilder Eber und stand niemals still.

Hingegen schnurrte der Fuchsgeist lächelnd den Wanderern um die Beine. Mit einem Auge schaute er auf den Windgeist, damit er ihm nicht zu nahe käme. Das andere behielt die Wanderer im Blick. "Wohin des Wegs, edle Herren?", schmeichelte er ihnen.

»Wir begeben uns zu Meister Cí Shī, um ihn als Lehrer für meinen Sohn zu gewinnen

"Soso, der weise Vater will zum gütigen Meister. Ich verstehe. Und verstehe nicht. Was will ein kluger Mann deiner Jahre bei einem dürren Bettler? Welche Klugheit soll er entbehren, die ihr nicht schon verschenktet?"

"Davon ist noch mehr in der Welt, als ein alter Mann wie ich graue Haare hat. Sie mehrt sich, wenn man sie teilt. Und nun lasst uns durch, werter Herr Fuchsgeist, euer Honig vermag uns nicht zu fangen." Lu Changtu stieß seinen Sohn an, dem das Gesäusel des Fuchses nicht schlecht gefiel und der sich bereits ein kleines Lager aufschlagen wollte, um nicht nur ihm, sondern auch dem Berggeist weiter zuhören zu können.

Dieser sprach ganz ruhig und ohne Urteil über die großen wie die kleinen Dinge der Welt und ließ alles um sich herum einfach geschehen. Der Regen rann an ihm bereits jahrtausendelang herunter und machte den Berggeist schwärzer glänzend als sternenlose Nächte, bis ihn der Staub des Windgeistes wieder grau kleidete. Der Fuchs wiederum versuchte ihn zu locken, überhaupt etwas zu wollen. Doch er widerstand allem, wie er es schon immer tat.

Als Lu Changtu den Weg des Berggeistes einschlagen wollte, weil er ihn für den besten erachtete, hielt sein Sohn ihn auf.

"Ehrenwerter Vater, weit sind wir gewandert, aber hier verlasse ich dich nun. Deine Schritte lenkten dich, bis hierher an diesen Punkt, bis hierher in diese Nacht, bis hierher in die größte meiner Dankbarkeit. Jedoch finden meine Blicke nun, was du nie suchtest. Siehst du das geknickte Gras hier, wie es auf die Kirschbäume da hinten strebt? Das wird ein Pfad ohne Geister. Mein Weg. Einer ist ihn schon gegangen. Ich will sehen, was er fand."

Da weinte der Vater vor Freude, war sein Sohn doch nun selbst weit genug gekommen, um weiter zu gehen, als je einer seiner Familie zuvor. Er gab ihm seinen Stab und Segen und saß fortan als vierter Geist auf der neuen Kreuzung, um den kommenden Alten den Mut zu geben, dem Neuen zu vertrauen.

– Autor: Hulot ·