Lindenfels (Doppelmonarchie Lindenfels-Schreiburg), 22:18 Uhr
„Ach Bronislaw“, stöhnte Kischka, „was soll ich nur machen. Ständig das Grübeln nach dem Warum. Was die anderen wohl denken. Ob ich im Recht bin. Wie ich mich verhalten soll.“
Elizabetha schleppte ein Dutzend Humpen durch die Wirtschaft und ließ zwei auf ihrem Tisch stehen, bevor sie wie ein Heilsversprechen für die anderen Tische wieder verschwand. Bronislaw sog die Schaumkrone ab. Als sie miteinander anstießen, schwappte etwas Bier aus ihren Gläsern und bildete einen kleinen See auf der Tischplatte. Kischka nippte, während Bronislaw das ganze Glas kippte.
„Wissen’s, des mit die Fragen ist so eine Sache. Manche denken, dass sie werden klüger damit. Andere würden sich freuen, wenn sie ohne zu suchen die Antwort hätten gefunden.“
Wo er sich einordnen würde, wusste Kischka sofort: „Es geht ja auch um Gerechtigkeit. Die Menschen, auch die schlimmsten, haben ihre Gründe. Die einen will man verstehen können, vor den anderen muss man sich hüten. Doch wer meint es wie mit einem?“
„Es gibt Leute, die sind dämlich, auch wenn man es ihnen dreimal erklärt. Dann sind da die Ignoranten, die wo sowieso nich tun zuhörn. Und dann die, wo wirklich böswillig sind. Fragens nich danach, warum sie jemand ärgert. Eins von derer Gründe wirds sein.“
„Aber wie kann es eine Antwort ohne Fragen geben? Gewissheit ohne Klärung?“
Bronislaw lehnte sich zurück. „Nuja. Alle drei sinds welche, mit denen man nix zu tun haben will. Bei den einen ist alles umsonst, die nächsten bekommens niemals nich mit und die dritten sind gefährlich. Halten sie sich alle vom Hals. Machens Distangs. Des is die Antwort. Noch vor alle Fragen die wo gibt.“
„Noch ein Bier?“