Mikrobi

Klagefall & Texas-Jim & Hulot

Comanca (Rumänien), 22:31 Uhr

Im großen Wald Immerzuspät lebte einst der Zaubervogel Waswärewenn. Dieser hatte eine Frau namens Helga und viele Kinder. Es gab von ihnen wohl mehr als Bäume im Wald und jedes von ihnen trug einen Namen wie Manmüsstemal, Achkönntichdoch oder Wärenichtschlechtwenn.

Die Tiere des Waldes (und, man munkelt, auch die Bäume) hatten lange schon die Nase voll von dieser Sippe. Ständig krakeelten sie herum, gingen jedem mit unerwünschtem Ratschlag auf die Nerven. Zudem wussten grundsätzlich alles besser, immer, bei allem. Nur wenn Esterházy sprach, gaben sie für eine Minute Ruhe. Sie wussten, was sich gehörte, vergaßen das aber immer wieder viel zu schnell.

Eines Tages schlich der Fuchs Soissesnunmal durch den Wald. Sein Hunger war größer als Vaterlandsliebe. Es dauerte nicht lange, da hatte er das Nest von Waswärewenn entdeckt. Er hatte leichtes Spiel, die ganze Brut aufzufressen, denn über all das Palaver und Klugtun hatten sie vergessen, das Fliegen zu erlernen.

Fetten Bauches schlief er unter dem Baum ein und verstarb standesgemäß an einem Herzinfarkt wegen Überfressens. Waswärewenn hingegen konnte fliehen und landete versehentlich in mein Zimmer. Seitdem halte ich ihn hier in meinem Nachttisch. Und wäre der Hamster Hätteichdochnur über den letzten Winter gekommen, besäße ich ein Backup dieses Märchens, das ich heute morgen so wundervoll zu Ende geschrieben habe.

Aber man kann niemandem trauen. Schon gar nicht Lebensformen, die Strom benötigen. Nun gut.

Text der Serie "Nur ein einziger Tag".

Auf dieser Seite beginnt die Reise.