Beucha (Deutschland), 22:35 Uhr
Einst besuchte der Westwind den buckligen Glomsdah, um ihn erneut herauszufordern.
„Dachte gerade, die neuen Sonnen wären das Schlimmste, was ich in den letzten Tagen gesehen habe. Dann kamst du.“
Der Wind kicherte fast verlegen: „Nun, wo für dich und deinesgleichen bald Schicht im Schacht ist, wollte ich nochmal kurz vorbeischauen. Was hast du noch mit dem Rest deiner Tage vor?“
„Weiß nicht“, knurrte Glomsdah. „Ich mache einfach weiter. Wie bisher.“
„Stellst dich deinem Schicksal. Mannhaft“, entgegnete der Wind schnippisch.
Glomsdah drehte sich weg. „Nein. Mir ist das alles nur egal. Es war den Leuten hier nicht wichtig. Warum sollte ich mich nun einscheißen?“
„Aber wer wird sich deiner erinnern, jetzt, wo alle weg sind?“
„Hmm… Sag mal, Westwind, wer kennt eigentlich deinen richtigen Namen?“
„Ich habe keinen. Manche nennen mich Kabeyun. Andere Zephyr.“
„Siehst du. Und die sind nun bald alle Kompost.“
Glomsdah holte aus, biss dem Halbtoten in die strahlenverbrannte Haut, stach seinen Rüssel mehrfach hinterher und sog sich voll. Der Westwind sah zu, wie der Mann fluchend nach dem Floh schlug, Glomsdah aber nicht erwischte.
So hatte über ihn noch niemand geredet, da war der Westwind sich sicher und zog über die neue Wüste ins neue Dunkel.