Wien (Österreich), 21:05 Uhr
Sie warteten mit ihrem Spaziergang, bis der Tag sie zu unsichtbaren Schritten machte. Herbstgrau ertrug man im Dunkeln leichter.
Friedhof der Namenlosen. Nirgends fühlten sie sich mehr zum Weitermachen verurteilt. Draußen gab's nur anderer Leute Ratschläge und Hoffnungen. Gut gemeint. Unmöglich zu leben.
Dunstiges Mondlicht über seinem leeren Grab. Sie kennen die Zahlen auf dem unsichtbaren Stein. Das erste Datum war ihr beider größtes Glück. Das zweite hätten sie nie erfahren sollen.
Sie wollten ja lernen zu akzeptieren, weil sie sich vor der Alternative fürchteten, wenn sie es nicht könnten. Vielleicht würde ja morgen aus Warum? wieder eine normale Frage. Vielleicht geriet ja wenigstens die Zeit wieder in Bewegung.
Kichernde Hunde-Besitzerinnen. Dumpfe Musik. Feierabendverkehr. Alles hinter dem Zaun. Dort schien dieses Leben zu sein, von dem alle immer redeten. Draußen. In der Anderswelt.
Morgen.
Vielleicht ja auch bloß ein Datum.