Warschau (Polen), 22:20 Uhr
„Es war einmal ein Wurm namens Pawel, der lebte im Schlamm und wollte gar nichts anderes. Durchs nasse Erdreich arbeiten. Den gefräßigen Igeln einen Schritt voraus sein. Sein bester Freund war eine Ratte. Sie vertrieb die Igel. Lockte sie in Fallen, räuberte ihre Nester. Pawel schuldete ihr dafür etwas und ließ sich nicht lumpen. Sang der Ratte Lieder vor. Lobpreis über Ehre, Mut, Freundschaft. Die Ratte verstand seinen Singsang nicht. Würmer sind nämlich beschissen leise. Aber wer kann von sich behaupten, einen singenden zu kennen?
Als alle Igel hinüber waren, kamen die Vögel. Pawel setzte wieder auf die Ratte. Doch die hatte keine Lust auf Schnäbel und Krallen. ‚Was tun?‘, fragte der Wurm. Da drehte sich die Ratte um und fraß ihn.“
„Immer der einfachste Weg, he?“, begriff Mazlansky.
Ray nickte und drückte ab. Er hatte ihn sowieso nie verstanden.