Kashka-Suu (Kirgistan), 21:44 Uhr
Peitschende Holzflammen, öliger Rauch. Die verhasste Birke fackelte jämmerlich quietschend ab. Meerim genoss die Qual des Baumes, sog seinen Todesatem ein, um sicher zu gehen, dass nichts mehr von ihm bliebe.
Azamats stummes Gesicht sprach aus dem Feuer. Sie verstand die Liebe seines Blicks. Einen Helden nannten sie ihn, geschmückt mit Ruhm, ewig glänzender Wanderer auf dem Feld der Ehre. Verscharrt haben sie ihn, inmitten anderer, im pockigen Lehm des Soldatenfriedhofs am Rande des Dorfes und der Wahrheit. Einen Baum pflanzten sie neben seinem Grab. Leben aus Tod, Würde aus Würde.
Dieser hölzerne Wurm, seine Köpfe ins Erdreich bohrend, Azamat stückweise auffressend – was sollte daran tröstend sein? Wenn sie ihren Sohn beweinte, glotzten die schwarzen Baumrindenaugen sie hämisch an. Eine Stunde brauchte sie, ihn hinzurichten und in die Berge zu schleppen.
Aus seinem Licht befreite sie Azamat in den Kosmos.