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Hamilton (Neuseeland), 22:43 Uhr

Die Sitzung hatte nur 43 Minuten gedauert, was K. sehr begrüßte und jedem, der ihn danach fragte, als vorzüglichste Eigenschaft der Literaturgesellschaft anpries, welcher er seit kurzem beigetreten war. Ihr Zweck war die Verbreitung des Werkes des aus Schreiburg stammenden Autors F., jenem zu Lebzeiten praktisch unbekanntem Verfassers von Prosa aus dem Themenkreis „Bureau und Ukulele“, der Anfang des letzten Jahrhunderts mit den beiden Nachlasswerken „Vom Sägen des Köters“ und „Der D-Akkord: Zwei oder drei Finger?“ ins Rampenlicht der Literaturwelt gestoßen wurde.

Als K. den Sitzungsraum verließ, entdeckte er eine Wanze am Türrahmen. Nur das zarte Schwingen ihrer Fühler verriet, dass sie noch lebte und nicht als leere Hülle einer der Herbstkälte zum Opfer gefallenen, jämmerlichen Existenz auf den Besen wartete, der sie hinfort kehren mochte. Sie schien ihm zu winken, ihm auf ihre Wanzenart Signale senden zu wollen. Keinesfalls irritiert sah K. den Tier zu, sog jedes seiner Wörter auf, beschloss aber, den anderen im Raum (Obermastmeister Havlicek, Universitätsprofessor Moschmann und der Studentin Zürau) nichts von den Einlassungen der Wanze zu berichten. Es war schon zu spät für neue Mitglieder. Besonders galt das für jene, die aufgrund ihrer Sechsbeinigkeit jede Abstimmung zu einem Abenteuer in Sachen Stimmauszählung gehobener Hände machen konnten. Schnabelkerfe. Vor ihnen hatte F. bereits in seinem Lyrik-Band „Die 365 Oden des Rucki Suzuki“ gewarnt.

Und da K. auch auf eine nachträgliche Protokollkorrektur verzichtete, werden wir niemals erfahren, ob außer ihm noch jemand mit dem Gedanken spielte, einen Antrag zur Tagesordnung einzureichen, den Zweck des Vereins um den Aspekt „Die Schönheit des Wortes ‚wölbt‘“ zu erweitern.