Wie alt mag ich gewesen sein, als ich hier oben die letzten Heublumen aus den Fugen zwischen den groben Dielen gekehrt habe? Fünfzehn, sechzehn, siebzehn? Lang haben wir noch die eine Kuh gefüttert, lang noch gemolken, weniger und weniger.
Die alte Frau von gegenüber kam nicht mehr zum Milch holen, und auch ihr Brennholz mußte ich nicht mehr spalten. Sie war gestorben. Jeder Balken sitzt noch im Gebälk, wie ich ihn kenne. Die engen Büge zwischen Pfosten und Pfetten, in die ich immer einen Fuß gestellt habe, um auf den Mittelboden zu kommen. Die kleine Kinderfurcht, mit dem Fuß hängen zu bleiben, an dieser Übergangsstelle, Meter über dem Futtergang.
Heute muß ich mich unterm Gebälk ducken, und durch den engen Durchbruch in der Wand, der ins Kinderzimmer meiner Mutter führt, passe ich längst nicht mehr. Dort haben wir die Tapeten bewundert und sind bis zu den Hüften im Getreide gestanden, das dort gelagert wurde. Es braucht Stunden, bis ich begreife, daß der alte Stall nicht kleiner geworden ist. Sondern daß ich gewachsen bin.