Mikrobi

Klagefall & Texas-Jim & Hulot

Wenn schon Schach ein zweckfreier Zeitvertreib ist, was ist dann erst Problemschach?

An dieser Aufgabe (Bernd Gräfrath, Beweispartie in 10 Zügen) habe ich über drei Tage verteilt mehrere Stunden lang gesessen. Wie haben die weiße und die schwarze Seite mit jeweils zehn Zügen diese Stellung produziert? Ich habe mir sogar die nötigen Züge auf einen Zettel geschrieben:

Weiß

Bauer b2-b4-b5-b6xa7 (4 Züge)
Bauer h2-h4-h5 (2 Züge)
Läufer c1-b2xf6xg7xh8 (4 Züge)

Schwarz

Springer b8-c6xa7 (2 Züge)
König e8-f8-e8 (2 Züge)
Dame d8-e8xh5 (2 Züge)
Läufer f8-g7xa1-g7 (3 Züge)
Bauer f7-f6 (1 Zug)

Mathematisch funktioniert das, in einer konkreten Partie jedoch nicht. Die Stellung muss also anders entstanden sein und natürlich können sich der weiße h-Bauer und der schwarze a-Bauer auch bis auf die jeweils andere Grundreihe durchgefressen und dort verwandelt haben. Aber wie genau?

Ich komme im Problemschach häufig an diesen Punkt, an dem die eingefahrenen Gedankenbahnen eines Schachspielers verlassen werden müssen, damit die Phantasie übernehmen kann. Immer zweckfreie Glücksgefühle, wenn das schließlich zum Erfolg führt.

Klagefall am 10. Oktober 2022 – 20:00 Uhr
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