Und wie ich so entlang der Wiesen laufe, begegne ich dem letzten tapferen Löwenzahn des Novembers. Des. Novembers.
Und ich störe mich noch immer am Verkehrslärm, dabei ist die große Straße doch schon zwei Jahre eröffnet. Vorher war hier niemand, möchte ich glauben, und daß es bis auf meinen Traktorenlärm immer still war. Jetzt laufen hier sehr viele Menschen mit und ohne Hunde, machen Spaziergänge, entdecken die Wirtschaftswege als ihr Reich. Dabei ist es doch jetzt viel zu laut hier. Hättet ihr früher kommen müssen, nöle ich so vor mich hin, wie der alte Grantler, der ich bin. Dabei habe ich selbst ein Auto, hatte fast immer eines. Zu Schulzeiten nur das Motorrad, aus Rebellions- und Kostengründen. Zwischen zwei Autos eine längere Zeit nichts, da war ich gerade besonders grantig mit der Welt, und ich erinnere mich an sehr lange und klatschnasse Märsche zur Bahn und zurück, wo man damals einen ganzen Tag lang kein Rad abstellen konnte, das noch irgendetwas wert war. Nach einer etwas unglücklichen Begegnung mit einer humorlos dunkelorangefarbenen Ampel erneut eine autofreie Zeit. Genau da kam die Anfrage, ob ich nicht den Stall, wegen der neuen Hüfte, und so radelte ich morgens um fünf durch Regen und Schneetreiben, um klatschnass im Melkstand zu stehen und zu frieren und mich auf den Abend hin zu ärgern, wo ich wieder klatschnass, nun ja. Ich bin ja durchaus Teil des Lärms, nur wechsle ich schnell zwischen der motorisierten und der grantigen Seite.