Ich bereue nicht viele Dinge, die ich getan habe, und nur wenige, die ich unterlassen habe. Ich habe mich damals, als ich einem trockenen, toten Text nachtelefonieren musste und dazu auf dem Dach eines Parkhauses stand, nicht über das Geländer getraut, auf dem ich stand. "Erschieß mich einfach", habe ich gebettelt, und mit diesem Moment der Mut- und Konsequenzlosigkeit werde ich leben müssen, solang ich mich an das Versprechen dieser großen Liebe erinnern kann. Ich bin nicht in diesen Bus gestiegen, in den eine Band stieg, ich zerschlagen vom Konzert auf den Stufen sitzend, ein Plektrum zwischen den Zähnen, Blut am Hosenbund, sie frischgeduscht, duftend und unterwegs in die nächste Stadt, tausend andere um den Verstand zu bringen. Und zuletzt habe ich nie so Gitarre spielen gelernt, wie man masturbieren lernen muß - einer sanften Idee folgend, nur für sich selbst spielend, leise und laut und mit Gesang, und so endend, daß man immer wieder damit beginnen will.
So stehe ich heute also halbtrunken an einem Fenster und schaue auf einen einsamen Baum, hinter dem ab und an die Scheinwerfer eines Autos aufleuchten, und singe ganz für mich, weil ich nicht spielen kann.