Orange Times
Die drei buddhistischen Mönche legten sich mächtig ins Zeug. Offenbar stritten sie sich über den richtigen Weg und beschallten damit den ganzen Rathausvorplatz. Verstanden hat hier keiner was, aber die Show hatte es in sich.
Manchmal sah es so aus, als würden sie gleich in den Ring steigen, um es mit der ganzen Welt oder wenigstens den beiden anderen Spinnern aufzunehmen. Einer besaß Reichweite, der zweite Beinarbeit vom anderen Stern und das Gesicht des Dritten hatte schon mehr Fäuste als Küsse gesehen. Aber sie hatten sich im Griff, blieben bei fuchtelnden Armen und stampfenden Sandalen. Wild gestikulierend hielten sie sich gegenseitig ihre Smartphones vors Gesicht. Irgendwann ging ihnen die Puste aus. Jeder dackelte in eine andere Richtung.
Von meiner Bank aus beobachtete ich das Treiben der zänkischen Apfelsinen. Dass diese Mönche überhaupt Eigentum besaßen, irritierte mich. Genau so wie die Frage, wo sie eigentlich hinwollten.
Andererseits: Wenn diese Jungs schon nicht wissen, welches der rechte Weg ist, sollte ich mir keine Gedanken darüber machen, was das alles soll und wo das mit dieser Welt noch so hinführt.
Und so bestellte ich mir in der Kantine das Jägerschnitzel und den Milchreis. Das Leben ist einfach, kurz und voller Geheimnisse.