Lindenfels (Doppelmonarchie Lindenfels-Schreiburg), 21:51 Uhr
„Was wird wem genommen, wenn sich einer das Leben nimmt?“
Kischka blickte über das Wasser des Flusses, der dunkelkalt und lebensgierig unter ihnen hinwegraste. Bronislaw blies blaue Wolken alten Knasters in die Winterluft.
„Naja, Herr Kischka“, holte er aus, merklich bemüht, sich nicht in seinen Gedanken zu verlaufen, „wenn einer sich selbst tot macht, kanns ihm ja egal sein. Muss er mit dem lieben Herrgott ausmachen. Hier unten sind aber eine Menge Leut, möcht ich meinen, dem der Tote dann eine Angelegenheit werden möcht. Die wo traurig sind, wütend oder gar nix verstehen tun.“
„Keine Ruhe. Nicht einmal dergestalt. Es ist verzwickt, lieber Bronislaw, nicht wahr?“
„Da bleibts halt nur eines: Sie müssen halt alle überleben. Bis sie keiner mehr kennt. Dann könnens machen, was sie wollen!“
Kischka stieg vom Geländer und lud Bronislaw auf ein Bier ein.