Insomnia
Während der 432-Hertz-Einschlafmeditation schaltet sich mein Smartphone ab und startet sich neu. Zweimal.
Bin überzeugt.
Dummerweise aber wieder wach.
Während der 432-Hertz-Einschlafmeditation schaltet sich mein Smartphone ab und startet sich neu. Zweimal.
Bin überzeugt.
Dummerweise aber wieder wach.
Gleich fahre ich zu zwei Ärzten, um mir Medikamente für ca 500 Euro verschreiben zu lassen, die mich bloß 15 Euro Gebühren kosten.
Danach ins Bureau, wo ein neuer Computer und alte Aufgaben auf mich warten. Den Rechner richte ich mir selbst mit Linux ein und der Job produziert das beste Produkt der Welt. Denke daran, wo ich herkomme. Bin mir nicht sicher, ob das besser war. Überlege, wo ich hingehe. Selbe Unsicherheit.
Der Pickel am Hintern wird immer kleiner. Das IBU wirkt gegen die Schmerzen im Kiefer, weil der Zahnarzt vorgestern so richtig Bock hatte. Paris existiert. Und Prag. Und Du, in deinem fliederlila Bademantel.
Wir fließen.
Wurde gerade drei Minuten von meiner Frau am Arm gestreichelt. Im Hintergrund Jazz. Habe mich dem überlassen, wie man ein Floß seinem Fluss überlässt. Ohne Ziel. Einfach treiben lassen. Vorwärts, aber nicht voran. Das Ufer beobachtend. Dem Rauschen zuhörend. Nichts ist zu steuern, kein Paddeln. Nur fließen. Kein Müssen, nirgends. Vielleicht ist da irgendwann ein Wasserfall, der mich beendet. Aber nicht jetzt. Und der Fluss? Er bleibt?
Ewige drei Minuten.
...und wie mondsüchtig pendelt er, der Deutsche, zwischen Rotfrontfaust und Hitlergruß, Kopf unten lassend, Herz verborgen, bettelarm, nischt zu fressen, in eine Uniform gesteckt, Herrenmensch, nischt zu fressen, inwändig hohl, außen metallisch, dicker Hintern, krummer Buckel, hinter Anti-Amok-Pollern verschanzt, von niemals stummen Ladenlichtern illuminiert, und fragt sich, ob das noch sein Land, seine Heimat sei, weil er nicht weiß, dass Heimat kein Ort allein ist.
So tragen wir unsere Einkäufe nach Haus und halten uns für schlau.
Nachtrag: Der geschätzte Herr Montag hat darauf großartig reagiert. Lesen Sie das bitte auch.
Als er nach unruhiger Nacht erwachte und Kischkas Seele seinen Körper verließ, um ihr morgendliches Bad in Selbstzweifel, Beklemmung und Verzagtheit zu nehmen, stellte er sich vor, wie es wäre, wenn alle Leute, die er heute treffen sollte, sich darüber freuten, ihn zu sehen.
Kischkas grinste. Das hatte sie nicht kommen sehen.
Habe „Mikrobi“ feucht durchgewischt, aufgeräumt und verschlankt. Ab sofort kann man direkt auf die Kategorien unter dem Beitrag und in der Bibliothek zugreifen. Außerdem ist die Suchfunktion nun etwas gesprächiger.
Entschuldigung, wenn es in den letzten Tagen im Feedreader gescheppert hat, aber so ist das eben auf 'ner Baustelle.
Nebenan kann man mich nun auch am Limonadenstand treffen.
Dangewaralles.
Amok. Zwei Menschen tot. Niemand, den ich kenne. Wahrscheinlich. Kein Terrorakt. Der alltägliche Untergang. Fragen ohne Antworten. Antworten ohne Wissen. Abläufe entgleisen. Kontrolle wird, was sie immer schon war: fauler Handel mit Wahrscheinlichkeiten.
Alles ist bedeutungslos, das nicht hier, das nicht jetzt, das nicht für die Ewigkeit Bedeutung trägt. Kein Nachher. Kein Später. Jetzt. Oder wenigstens: für immer. Es gibt kein Dazwischen.
Dort ist nur „wahrscheinlich“.
Tage ohne Erinnerung, je glücklich gewesen zu sein. Momente der Unfähigkeit, Unglück zu erinnern. Und heute.
Mut zu haben ist Kennzeichen des Hoffenden.
Ich habe heute einen Fehler meinerseits mithilfe eines Chatbots korrigieren können. An diesem Fehler kaue ich schon länger. Es geht dabei um die Aufteilung der Induktivitäten in einer Asynchronmaschine. Diese könnn für den Rotor und den Stator jeweils in eine Streu- und eine Hauptinduktivität aufgeteilt werden. In der dynamischen Modellierung treten diese ebenso auf, werden aber rechnerisch anders zusammengefasst, sodass die Gesamtinduktivität des Stators oder Rotors aus der Summe von Streu- und Hauptinduktivität besteht. Aus Nachlässigkeit habe ich die Indizes verbaselt und so eine "1" für den Stator mit der "Sigma1" für den Streuanteil im Stator gleichgesetzt. Das ist erst ganz lang nicht aufgefallen, bis die Maschine in der Simulation zu schwingen begann. So sehr, daß jede Simulation abbrach. Das hat gedauert, kann ich nur sagen. Und es hat sicher jede Menge Energie gekostet - nicht nur mich, sondern auch die Rechenzentren. Zurück bleiben das Glück der Erkenntnis und die Scham ob der eigenen Doofizität. Zum Glück schwingt auch dieses Verhältnis, und ich genieße die positiven Amplituden.
Niemand kann dich retten außer du selbst. Und du bist es wert, gerettet zu werden. Es ist ein Krieg, der nicht leicht zu gewinnen ist. Aber wenn etwas wert ist, gewonnen zu werden, dann das.
— Charles Bukowski
ein mann erinnert sich zufällig genau in der minute an den tod seines vaters, an dem dieser zwei jahre zuvor gestorben ist. das macht ihn traurig. vielleicht hat er sich geschämt, dass er nicht genau wusste, ob es gestern, heute oder morgen war. vielleicht dachte er, es sei eine leistung, sich an „Anfang Oktober“ zu erinnern.
eine stimme sagt: „Es heißt nicht, dass du ihn vergessen hast. Es heißt, dass du lebst.“ nett von der stimme. aber schäbig. von ihm. dem mann. die stimme will ihn trösten: „Das, was du gerade empfindest, ist genau der Beweis, dass dir etwas an ihm lag.“
er hat aber seinen vater vielleicht gar nicht geliebt. vielleicht wollte er das. vielleicht hat er es probiert, doch nie ein echo erhalten. vielleicht dachte er, dass er das gar nicht kann, dieses lieben. vielleicht ist er taub für das echo gewesen. vielleicht waren sie sich näher als gedacht. der mann erschrickt.
„Das ist ein Moment, in dem man allein mit der eigenen Einsicht steht. Und allein stehen tut weh.“, will die stimme alles wieder gut machen. runder trost. eckiges loch in der seele. kann nicht gut gehen.
es ist ihm egal, ob das vielen anderen genau so geht. er dachte in den letzten monaten seines vaters leben, alles im griff zu haben. zu verstehen, dass er einfach nur ein schwacher mann ist. bis der mann verstand, dass sein vater nie stark gemacht wurde.
doch da war es zu spät.
für beide.
für mich.
über uns allen nur graue wolken.
kein donner.
kein echo.
nur leere.
aber es ist nicht immer oktober.
sagt die stimme.
wie ein echo.
meinetwegen.
Alles Gute zum Geburtstag. Meine Herren: Schon wieder ist ein Jahr rum. 35 wirste. Ich kann mich noch erinnern, als ich Deinen Geburtstermin erfuhr.
Wir waren mit der Familie auf dem betriebseigenen Zeltplatz an der Ostsee. Alle hatten sich fleißig mit Westzeug eingedeckt, als würde es morgen schon wieder verboten werden: Klamotten, Fressen, Schnaps und Kippen. Ein Jahrhundert-Heuschnupfen ließ mir den Rotz aus allen Öffnungen laufen lies. Rainer, den wir den Kleinen Rainer nannten, weil er größer war als der Dicke Rainer, machte mir ein Glas Peperoni auf.
„Ist gut gegen die verstopfte Nase!“, meinte er.
Ich glaubte ihm wie ein Lepröser dem Wunderheiler. Diese grünen, schrumpligen Pimmel waren meine Alchimistenmedizin. Also steckte ich mir zwei von den Dingern in den Mund.
Was folgte war ein biblischer Waldbrand. Meine Zunge schwoll gleichzeitig an- und ab. Ich sprang auf, jaulte wie ein Hund, wälzte mich tränenblind auf dem Boden. Die verstopfte Nase war nun mein kleinstes Problem. Auf der Suche nach Linderung stolperte ich ins nächstbeste Vorzelt. Irgendwo musste hier doch was zu trinken stehen! Gegen die Rufe der lachenden Zuschauer Nüscht trinken, sonst wirds noch schlimmer! – Pah! Wer wollte denen jetzt noch glauben! – stürzte ich mir literweise Mineralwasser in den Hals.
Erschöpft kam ich auf die Schwelle unseres Wohnwagens wieder zur Ruhe. Aus dem Radio tönte die Stimme eines Nachrichtensprechers. Neuigkeiten aus Bonn waren damals ein wertvolles Ding, änderten sie sich doch stündlich: Wiedervereinigung jetzt! Wiedervereinigung – Ja aber.... Wiedervereinigung – Bloß wann? Es wurde nie langweilig. Doch heute alles anders.
Ich erinnere mich nicht mehr an den genauen Wortlaut. Nur daran, dass endlich eine Einigung gefunden wurde: Der 3.Oktober 1990 wird der Tag sein, auf den alle Leute sich vorzubereiten nicht in der Lage sein sollten. Das Brennen war schlagartig weg.
Ich ging hinaus und verkündete, was ich soeben gehört hatte. Es war nicht totenstill. Es brach aber auch keine ekstatische Freude aus. Sie taten: Nichts.
Es war, als hätte ich ihnen gesagt, dass der Urlaub in ein paar Tagen vorbei sein würde. Oder am 24. Dezember der Weihnachtsmann kommt.
Es war, wie es war.
Punkt.
Der Feiertag rückt vom siebten auf den dritten Oktober. Alles klar. Notiert und abgehakt, Wer will noch ein Bier?
Heute muss ich mich anstrengen. Warum stand niemand jubelnd auf oder sagte wenigstens irgendwas Patriotisches? Sonst kam das bei deutlich billigeren Anlässen wie auf Knopfdruck. Wussten sie, was passieren würde? Dass die angenehme Zeit vorbei sein würde? Der beschützende Trott des alten, für die Westdeutschen kaum deutbaren Systems und der Luxus des neuen, komfortableren Lebens?
Der Ossi, bis dahin wie ein neu entdecktes, lange vermisstes Glied der Evolution behandelt, würde seinen Status als verschroben-liebenswerter Kauz verlieren. Bald würde er nur noch zu denen gehören, der anderen auf der Tasche liegt. All das wussten sie. Aber sie machten weiter, als sei nichts geschehen. Als würde nichts geschehen. Dummheit? Oder einfach nur Fügung in das Unvermeidliche. Gepaart mit dem unerschütterlichen Glauben, dass ihre Art zu leben objektiv so gut ist, dass der Kapitalismus sie niemals ersäufen kann.
Wenn ich darüber nachdenke, weiß ich nicht, wie ich mich verhalten hätte. Damals, als Fünfzehnjähriger, war der Westen und seine Möglichkeiten wie eine Lawine über mich hereingebrochen. Da nun alles möglich sein würde, war nichts mehr schaffbar. Siegen oder Untergehen. Wäre mir damals klar gewesen, dass das viel zu eng sitzende, dafür aber scheinbar ungleich funktionalere Korsett geöffnet wurde? Ich muss mich anstrengen...
Bis heute habe ich viele Geschichten von vielen Leuten gehört. Die Verlierer bedauert. Ihnen ihren verdienten Reinfall gegönnt. Mich mit den Gewinnern gefreut. Sie um all das beneidet, was ich nicht haben konnte. Und ich habe eines gelernt: Siegen oder Verlieren sind keine Zustände sondern sich stetig abwechselnde Prozesse. Wichtig ist der Verbleib im Spiel. Wer ausgewechselt wird, muss so schnell wie möglich wieder rauf aufs Feld oder sich notfalls einen neuen Club suchen. Verschnaufen – ok. Doch draußen bleiben und rumheulen? Ist nicht. Und auf den Trainer meckern ebenso.
Mein lieber deutscher Michel, ich hoffe, Du bist nach dieser rührseligen Anekdote noch wach. Vielleicht hast Du ja auch den Mittelteil übersprungen. Wäre auch nicht schlimm. Wichtig ist, dass Du Dich weiterentwickelst. Lass Dir nicht alles von Deinen Eltern aufs Auge drücken. Hör nicht auf das Gefasel des dementen Großvaters. Der hat es ja auch nur ein paar Jahre lang gemacht und es sich dabei mit der kompletten Nachbarschaft verschissen. Sei Dir bewusst, dass es sie gibt - Und geh dann Deinen eigenen Weg. Bis zum nächsten Jahr.
[Und an den ganz schlechten Tagen kann ich mir nicht erklären, wie jemand, der bisher noch alle abgestoßen hat, auf einmal anders hoffen konnte.]
Ich habe heute in den Abgrund gesehen.
Ist nicht alles Gold dort. Wo hat man das schon. Trottel gibt's überall. Aber eben auch Situationen, die sich nicht mit gewalt- und herrschaftsfreien Diskussionen lösen lassen. Das ist zum Kotzen. Aber Realität.
Die halten die Knochen hin, auch für jene, die ihnen kritisch gegenüber stehen. Und Kritik braucht es, klarer Fall. Aber darüber darf man nicht vergessen, wo wir ohne sie stünden. Und dass das Menschen sind. Danke.
OG Hulot.
Chet Baker lag auf deinem Bauch, sang und trompetete, ganz weich, ganz zart, ohne Eile, aus meinem Telefon heraus. Die Maschinen um uns herum pfiffen und kreischten wie panische Börsenmakler am Schwarzen Freitag. Doch sie hatten keine Chance gegen den zahnlosen Engel. Er schlug sie alle.
Irgendwann kam ein Pfleger rein. Mit wenigen Handgriffen stellte er den Lärm ab. Das war sein Instrument und er wusste es zu spielen. Was blieb, waren letzte Atemzüge zu einem langgezogenen Solo. Als die Maschinen mit ihrem Konzert durch waren, bewegte sich Chet nur noch wenig. Bis er ganz still stand.
Morphium. Jazz. Frieden.
There will never be another you.
Vorhang.
Der Wahltag war sehr gut besucht. Nette Leute. Klassische Verteilung: Erst die Schichtarbeiter, die schnell auf dem Weg zur Arbeit ihre Stimme loswerden wollen. Dann die Funktionsjackenträger der Hunderunde, gefolgt von den Brötchenholern. Kurz verschnaufen. Die ersten Sonderlinge, die keine Kreuze machen, sondern lachende Sonnen malen. Uralte Menschen im Doppelpack („Das ist meine letzte Wahl!“) und einzeln („Wollt nur Bescheid sagen: Meine Frau kann heute nicht. Die hat es mit der Luft!“). Der ältere Herr, der heute zum ersten Mal allein wählen kommt. Die ältere Dame, die beim Verlassen der Kabine bereits vergessen hat, wen sie gewählt hat und wie sie eigentlich hierher gekommen ist.
Lederjackenschwitzende Motorradfahrer. Tourenvorfreudige E-Biker. Band-Shirts. Trainingsanzüge. Lackierte und verdreckte Fingernägel. Zu wenig Schlaf, zu viele Sorgen. Zu viel Schlaf und Leute, die sich um anderer Leute Sorgen kümmern. Kinder, die mit „Stein, Schere, Papier“ auslosen, wer den Zettel in den Schlitz stecken darf. Die Frau, die gestern Abend im Fernsehen gesehen haben will, dass Kinder das eigentlich nicht dürfen. Ihr Mann, der ob ihrer Pedanterie die Augen verdreht. Guten Tag. Entschuldigung. Auf Wiedersehen. Bitte und Danke und gern geschehen.
Der Mann, der alles ganz genau weiß und herausgefunden hat, wie man das System manipulieren kann, weil wir seinen Ausweis nicht sehen wollten. Die Frau, die beinahe ihren Ausweis mit einwirft, es jedoch gar nicht reizvoll fände, nach 18 Uhr noch einmal wiederzukommen, weil wir vorher die Kiste nicht öffnen werden. Der Mann, der vor uns seinen Wahlzettel entfalten will, um von uns das „OK“ für seine gesetzten Kreuze zu erhalten. Die Frau, die ihre Erststimme nur an den aussichtsreichsten Kandidaten vergeben will, jedoch nicht weiß, wer das letztlich ist, und von uns eine „Top 3“ erbittet. Ein Kind mit Laufrad. Zwei mit Ball. Die Schreienden. Die Misstrauischen. Rolf. Margit. Chantal. Alex. Der Doktor. Die Blumenfrau. Der Arbeitslose. Die Nachbarn.
Am Ende fehlt eine Stimme. Alle wollen nach Hause, aber ich lasse sie nicht. Grüble mit dem Schriftführer über alle Möglichkeiten, die uns eine komplette Neuauszählung ersparen. Finden die größte Fehlerwahrscheinlichkeit. Müssen nur einen geschickt separierten Teil prüfen. Werden fündig. Nun stimmt alles. Nicht, dass es eine messbare Auswirkung gehabt hätte. Doch es spielt eine Rolle.
Tags darauf sprechen alle von möglichen Unmöglichkeiten, Optionen, echten und falschen Alternativen, Koalitionen, Flaggenfarben, Brandmauern, der gespaltenen Gesellschaft, der gesellschaftlichen Spaltung, als lägen wir vor Verdun im Graben, jederzeit bereit aufzuspringen, loszulaufen, denen im anderen Graben, genannt: der Feind, kalten Stahl in den Leib rammen wollend. Wollüstig raunen Zeitungen ein neues „Weimar“ herbei. Die Uhren der Podcasts stehen auf eine Minute vor Untergang. Alle Talkshows wissen es bereits: „The end is near“. Social Media beschließt den Konsens: Ab morgen ist Anarchie, ist Apokalypse, ist „The Purge“. Aber vorher geben wir noch schnell ab zur Werbung.
Habt Selbstvertrauen.
Wir sind uns näher, als wir glauben.
Lassen wir uns nicht verrückt machen.
Das ist meine „Top 3“.
Dieser Artikel gibt nur eine Einführung über Augen, Leben und Tod.
Das Brettspiel "Go" ist, wie das Älterwerden: Nichts für Feiglinge. (Quelle)
Man kann nichts über Politik sagen oder schreiben, so lange es sie nicht gibt.
Ich verspüre einen Drang:
Rache.
Sie soll alles verbrennen
den Täter und jeden der
so ist wie er
so aussieht wie er
so hergekommen ist wie er
seine Suren und Verse frisst
seinen Weg geht
seine Gedanken denkt
seinen Hass teilt
seine Tat zu seiner eigenen machen will.
An mir reißt es
jeder Gedanken macht mich mehr
zu ihm
würde auch andere Taten billigen
will meinen Hass teilen
muss meinen Weg gehen
darf meine Herkunft über seine stellen
Erbärmliche Scheißhausfliege
die ich bin
zusammen mit jenen
die so aussehen wie ich
die so sind wie ich
wir
die von allen Göttern
Verlassenen.
Nichts würde
besser.
Also bleiben wir
auf dem dampfenden
Haufen sitzen und
trauern.
Morgen müssen
wir wieder
klug sein.
Denn unsere
Zerbrechlichkeit
bleibt.